Warum Vorsorge so wichtig ist
Ein gesundes Sehvermögen trägt wesentlich zu Ihrer Lebensqualität bei. Doch Erkrankungen der Netzhaut oder des Sehnervs führen oft erst spät zu auffälligen Symptomen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, Schädigungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Je früher Veränderungen entdeckt werden, desto besser lassen sie sich therapieren
Netzhautvorsorge
Wer sollte sich untersuchen lassen?
- Personen über 40 Jahre sowie Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck oder starker Kurzsichtigkeit wird eine regelmäßige Untersuchung empfohlen
- Kurzsichtige Menschen sind statistisch häufiger und früher von Netzhauterkrankungen betroffen
Bedeutung der Netzhaut
Die Netzhaut ist eine zarte Nervenschicht, die Lichtinformationen aufnimmt und über den Sehnerv an das Gehirn weiterleitet. In der Mitte liegt die Makula – der Bereich für das scharfe Sehen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Netzhauterkrankungen.
Was wir tun
Bei der Netzhautvorsorge untersuchen wir die Blutgefäße, die Makula und den Sehnerv mit einer hochauflösenden Kamera. Frühzeitig lassen sich Veränderungen erkennen und Therapien einleiten. Da die Pupillen mit Tropfen erweitert werden, sollten Sie im Anschluss nicht selbst Auto fahren.
Glaukom‑Vorsorge (Grüner Star)
Risikofaktoren kennen
- Personen über 40 Jahre oder mit familiärer Glaukomvorgeschichte sollten vorsorglich untersucht werden
- Das Glaukom ist nach Makuladegeneration und Grauem Star eine der häufigsten Ursachen für Erblindung
Was ist Grüner Star?
Beim Glaukom besteht ein Ungleichgewicht zwischen Zu- und Abfluss des Kammerwassers, wodurch der Augeninnendruck steigt. Dies schädigt den Sehnerv und kann zu dauerhaften Gesichtsfeldeinengungen bis hin zur Erblindung führen. Das Erkrankungsrisiko nimmt mit dem Lebensalter deutlich zu; jenseits des 75. Lebensjahres liegt es bei 7–8 %.
Untersuchungen bei Verdacht
- Wir messen den Augeninnendruck, untersuchen das Auge gründlich und führen eine Gesichtsfeldprüfung durch
- Ein zu hoher Druck oder Anzeichen einer Sehnervschädigung werden mit modernen Methoden abgeklärt
Erweiterte Diagnostik
Bei auffälligen Befunden oder zur Verlaufskontrolle setzen wir spezialisierte Verfahren ein:
- Pachymetrie – bestimmt die Hornhautdicke, um den gemessenen Augendruck korrekt einordnen zu können
- HRT (Heidelberg Retina Tomograph) – erstellt mithilfe eines Laserstrahls ein 3‑D‑Bild des Sehnervenkopfes und liefert Informationen über den Zustand der Nervenfasern
- FDT (Frequenzverdopplungs‑Perimetrie) – eine spezielle Gesichtsfeldmessung, die schon kleinste Veränderungen des Sehnervs erkennt
Diese Verfahren helfen uns, einen Verdacht zu bestätigen oder auszuschließen und die Wirksamkeit einer laufenden Therapie zu überprüfen.